MAKEmeHAPPY

Das Shoplupe Blog about Customer Happiness mit Ideen, Sichtweisen und Gedanken von Shoplupe Gründer Johannes Altmann

Johannes Altmann

Johannes Altmann

Hannes ist knapp die Hälfte seines Lebens in der e-Commerce Branche und wurde schon als "Usability-Pabst" bezeichnet. Vielleicht liegt es am Shop Usability Award (der größte e-Commerce Award in Deutschland), den er initiiert hat - oder einfach nur, weil er seit 20 Jahren für mehr Benutzerfreundlichkeit ist Onlineshops plädiert. Hannes interessiert sich für Usability, User Experience und Happiness. Kein Wunder, dass er mit Shoplupe die Brück schlägt.

Recent Posts:

Du bist wo du kaufst

Mit dem Satz „Früher war alles einfacher“ konnte ich den Vortrag "Du bist wo du kaufst", den ich 2016 vor mehr als 5000 Zuhörer auf 20 Veranstaltungen halten durfte, immer anfangen. 

Die Happiness Company

2019 – bedeutet für mich, dass ich mich seit nun 20 Jahren mit Usabilty im e-Commerce beschäftige. Mein Unternehmen Shoplupe habe ich 2003 gegründet und seitdem ist ziemlich viel passiert. Leider war der Weg nicht so einfach und klar, denn mit dem Markt und meinen Erkenntnissen hat sich auch immer gleich mein Unternehmen verändert. Rückwirkend betrachtet ein etwas anstrengender Weg.

Die Psychologie des Glücks

Evolotionsbiologen sind sich einig, dass unser Shopping Glück eng mit der Menschheitsgeschichte verwurzelt ist. Durch Jagen und Sammeln möglichst viel Besitz anzuhäufen, liegt deren Theorien nach, offensichtlich in der tiefen DNA des Homo Sapiens.  Das Verhalten von Jagen und Sammeln kann auch heute in Studien immer wieder nachgewiesen werden. So gehen Männer tendenziell in das Geschäft rein, erlegen das Mammut und verschwinden wieder. Sie tendieren zu einer limitierten Kaufentscheidung. Dabei wird das Sortiment in seinen Alternativen vorab eingeschränkt. Der Mann fokussiert sich dadurch auf eine kleinere Auswahl und kann so schneller eine Kaufentscheidung treffen. Ich kaufe meine Hosen weitestgehend immer von derselben Marke und auch bei Hemden kenn ich von meiner Lieblingsmarke genau meine Größe und muss nicht viel ausprobieren. Nach dieser Methodik vergleichen Männer natürlich weniger, achten weniger auf den Preis und kaufen intuitiver – genauso bei mir. Bei der Shopping-Geschwindigkeit bin ich damit meiner Frau komplett überlegen. Frauen neigen häufig zur Bevorratung. Sie vergleichen zwar intensiv, brauchen dann aber auch länger. Wenn es sich nicht gerade um eine Handtasche oder neue Schuhe dreht, neigt die Frau deshalb zur habitualisierten Kaufentscheidung, weil sie häufig für die Dinge des täglichen Bedarfs zuständig ist. Sie kauft Produkte aus Gewohnheit und ist damit im Supermarkt besser strukturiert und schneller. Einmal Nutella, immer Nutella. An einem Angebot kann sie aber schlecht vorbeigehen, denn die Neigung zur Massenbevorratung lässt sich für Doppelpacks tendieren und das Herz höher schlagen. Im Supermarkt ist meine Frau mit ihrer intuitiv weiblichen Methodik weitestgehend sachlich. Ich freu mich dafür umso mehr über neue Müslisorten oder Nudeln in bunten Farben. Für mich ist der Supermarkt reinste Inspiration und führt zu absurden Einkäufen. Glücklicherweise bin ich so gut wie nie im Supermarkt. Unsere Fokusgruppen haben gezeigt, dass die Handtasche eine von langer Hand geplante Investition ist. Hier recherchiert die Frau intensiv, wägt aber und holt sich alle Details zur Entscheidung bei. Der extensiven Kaufentscheidung geht eine lange Recherche und ein kompliziertes Abwägen voran. Das Ende dieser unendlichen Customer Journey ist dann aber häufig doch nur ein Impuls. Ein schlechter Tag, ein anstrengendes Meeting oder eine kleine Wetterdepression führt dann zum spontanen Glück: „Die Tasche kauf ich jetzt endlich, weil ich sie mir verdient habe… basta!“ Diese Situation muss der Shopbetreiber nutzen – der mobile Shop ist daher so wichtig. X% der Käufe im Netz laufen inzwischen über mobile Endgeräte. Sie haben deutliche Nachteile hinsichtlich Recherche, Abbildung und der gesamten Kaufentscheidung, sind aber näher an der Intuitiven Entscheidung. Den Augenblick nutzen durch perfekte Usability – dazu komme ich aber später. Evolotionsbiologisch ähnelt unser Gehirn zu 98,5% dem von Schimpansen. Kein Wunder, dass uns eine kleine Belohnung einfach glücklich macht.

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