Killerwaffe: Relaunch

In vielen Gesprächen mit Shop-Betreibern schlage ich Optimierungen im Shop vor, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern, die Kaufabbrüche zu minimieren und damit den Shop besser zu machen. Häufig sind es kleine Unstimmigkeiten im Shop, die den potentiellen Käufer verunsichern und ihn letztendlich zum Kaufabbruch bringen. Die häufigste Antwort von vielen Shop-Betreibern: „Wir machen eh gerade einen Relaunch“. So ist dieses Wort dann auch zu meinem persönlichen Unwort im E-Commerce geworden.

Was ist ein Relaunch und wozu gibt es ihn? Laut Wikipedia ist der Relaunch die Einführung eines direkt auf den Vorgänger aufbauendes Nachfolgeprodukt. Der Relaunch ist daher eine Weiterentwicklung und verbesserte Version des Vorgängers.

Häufig ist der Relaunch die Lösung aller Probleme. Die Killerwaffe „Relaunch“ wird gezogen, um alles zu vernichten, was bisher auf dem Server lief. Das Ergebnis: Alles ist neu! Das Problem: Manches ist besser als vorher, manches ist schlechter – aber so richtig weiß das keiner. Die neuen Kategorien kann man nicht mit den alten vergleichen. Die erste Ebene der Navigation funktioniert jetzt besser aber die Suche wird nicht mehr genutzt. Das eine Produkt wird jetzt endlich verkauft aber Zubehör nicht mehr. Letztendlich wird festgestellt, dass man bald einen Relaunch planen sollte, um das Thema mal neu angehen zu können.

Der Relaunch sollte eine behutsame Verbesserung des aktuellen Shops sein. Eine detaillierte Analyse geht dem Relaunch voraus und ist die Basis für ein Weiterentwicklungskonzept. Aus dem Golf III wird dadurch quasi der Golf IV. Bestehen bleiben Elemente, die sich bewährt haben und an die sich die User inzwischen gewohnt haben. Unantastbar sind daher Shopname, Shoplogo, die Grundfarben des Shops, die Mehrheit der Produktnavigation.

Große Shops kommen immer mehr vom „großen Wurf“ ab und machen aus dem Relaunch einen Softlaunch. Darin werden Änderungen Stück für Stück online gestellt, um die Reaktion der User auswerten zu können. So kann man auf die Erfahrungen reagieren und den Shop kontinuierlich verbessern. Durch die kleinen Verbesserungen sinkt zudem das Risiko, dass der Komplettrelaunch nicht die gewünschten Ergebnisse bringt und das bestehende Geschäft sich sogar verschlechtert.

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