Tricks der Preisvergleiche
Seit 2001 beschäftige ich mich mit dem Thema „Preisvergleich“, habe selbst die Geschäftsmodelle bei CHIP Online, Xonio, Connect, Vertical Commerce und Computerbild mitentwickelt und kenne die Probleme und Tricks der Anbieter. Wenn Sie wenige Dinge berücksichtigen und an wichtigen Stellen genau hinsehen, können Sie den Erfolg in Preisvergleichen massiv beeinflussen.
Preise vergleichen und nach Schnäppchen jagen gehört zum guten Ton in unserem Land. Deshalb boomen auch die Preisvergleiche und kaum ein Shop kann sich dem entziehen. Ein Listing bei Idealo, Pangora, Geizhals, CHIP, günstiger & Co. erscheint daher als sinnvoll. Bis zu 25 Cent zahlen die Shop-Betreiber für den Klick und hoffen auf eine gute Conversion Rate und einen hohen Bestellwert. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, kann der Preisvergleich zum Supergau werden.
Als Shop-Betreiber sollte man selbst perfekt vorbereitet sein und auf die Tricks und Fehler der Preisvergleicher achten – nur dann wird der Preisvergleich zum Umsatzbringer.
Dazu benötigen Sie dringend ein exaktes Tracking für jeden Preisvergleich. Anzahl der Besucher und getätigter Umsatz sind Kriterien, die den Erfolg und die Rentabilität der Kooperation messbar machen. Die Statistik sollte in jedem Fall die einzelnen Deeplinks tracken, damit Sie Produkte mit extrem schlechter Kaufquote erkennen können.
Mapping Fehler
Mapping Fehler heißt, dass Ihr Produkt einem falschen Referenzprodukt in der Preisvergleichsdatenbank zugemappt wurde. Der User findet dann Ihren iPod 4 GB unter den iPods 6 GB. Das Problem: Sie sind im Wettbewerbsumfeld der günstigste Shop und werden extrem oft geklickt. Der User entdeckt den Fehler erst im Shop und kauft das „falsche“ Produkt nicht. Die Klicks laufen weiter, die Kosten ebenfalls, die Conversion Rate liegt bei 0%.
Mapping Fehler finden Sie in der Klickstatistik, bei Produkten mit extrem hoher Klickrate und schlechte Bestellquote. Das Risiko können Sie durch Ihre Datenlieferung minimieren. Je mehr Informationen sie dem Preisvergleich zur Verfügung stellen, desto besser ist das Mapping.
WhiteLabel Preisvergleiche
Zahlreiche Preisvergleicher publizieren Ihren Service auf Partnerseiten, um den Traffic zu erhöhen. Sie sollten die Partnerseiten kennen und einzelne Portale deaktivieren können. Eine genaue Statistik verrät, ob das Partnerportal auch für Ihren Shop rentabel ist.
Lieferzeiten
Lieferzeiten sind ein wichtiges Kriterium der Kaufentscheidung. Jedes Produkt, das Sie in einem Preisvergleich einstellen, sollte eine konkrete Lieferzeit haben. Angaben wie „nicht lagernd“ oder „bestellt“ verunsichern den User. Im Zweifelsfall klickt er auf das Produkt, um im Shop festzustellen, dass das Produkt im Moment nicht lieferbar ist. Ein Klick, 25 Cent und kein Verkauf! Prüfen Sie die Darstellung Ihrer Lieferzeiten in den Listen der Preisvergleiche und reklamieren Sie unverständliche Einträge.
Logo
Das Shoplogo wird in zahlreichen Preisvergleichen oft unscharf oder zu klein dargestellt. Liefern sie selbst das Logo in der richtigen Größe, damit es nicht durch eine schlechte Anpassung durch den Preisvergleich unscharf oder schwer erkennbar wird. Durch das Logo wird Vertrauen gewonnen und Professionalität präsentiert.
Deeplinks
Achten Sie darauf, dass der Preisvergleich immer Ihre Deeplinks verwendet. Ein Link auf die Homepage minimiert die Conversion Rate extrem. Der Deeplink sollte außerdem nur aus der Ergebnisliste des Preisvergleichs in Ihren Shop führen. Dann hat sich der User wirklich für Ihren Shop entschieden und kauft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als bei einem Teaser, der eine Kamera zeigt und in Ihren Shop verlinkt.
Landingpage
Die Landingage im Shop sollte immer die Produktdetailseite sein. Auf dieser muss der User alle Informationen finden, die er für seine Kaufentscheidung benötigt. Die Angaben aus dem Preisvergleich müssen identisch mit der Produktdetailseite sein. Gleiches Produkt, gleicher Preis, gleiche Lieferzeit etc… ansonsten droht der schnelle Abbruch durch den User.
In jedem neuen Preisvergleich steckt wieder eine neue Chance. Die Tücken sind immer die gleichen. Überwachen Sie Ihre Aktivitäten daher genau und tracken Sie alles mit Ihrer eigenen Statistik. Dann sind Vergleiche möglich und Unstimmigkeiten werden sichtbar.
February 7, 2012